Physikalische Therapie

Stoßwellentherapie: Wirkung, Anwendung und Ablauf

Schmerzen an der Ferse, in der Schulter oder am Ellbogen halten sich oft hartnäckig, wenn Sehnen und Sehnenansätze überlastet sind. Die Stoßwellentherapie setzt gezielte Druckwellen im betroffenen Gewebe ein und regt dort den Stoffwechsel an. Im Orthopädischen Gesundheitszentrum bietet Dr. Ramin Ilbeygui diese Behandlung im Rahmen der fachärztlichen Therapie an, unter anderem bei Fersensporn, Kalkschulter und Tennisarm.

Stoßwellengerät im Zentrum Frauenkirchen
Stoßwellengerät im Zentrum Frauenkirchen

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Was ist die Stoßwellentherapie und wie wirkt sie?

Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie erzeugt ein Handgerät akustische Druckwellen, die von außen (extrakorporal) durch die Haut in das darunterliegende Gewebe geleitet werden. Man unterscheidet radiale Stoßwellen, die sich fächerförmig im Gewebe ausbreiten und vor allem oberflächennahe Strukturen erreichen, und fokussierte Stoßwellen, die gezielt auf einen tiefer liegenden Punkt gebündelt werden.

Die Druckwellen setzen im behandelten Gewebe einen kontrollierten Reiz. Dieser Reiz regt den lokalen Stoffwechsel an, verbessert die Durchblutung und kann die Ausschüttung von Wachstumsfaktoren anstoßen, die an der Heilung von Sehnen, Sehnenansätzen und Knochen beteiligt sind. Bei chronisch gereizten oder verkalkten Sehnenansätzen, etwa an der Schulter, kann die Stoßwellentherapie zusätzlich dazu beitragen, Kalkablagerungen aufzulockern. Eine Sitzung dauert meist nur wenige Minuten pro Areal und wird ambulant durchgeführt, ohne dass eine Betäubung notwendig ist.

Bei welchen Beschwerden hilft die Stoßwellentherapie?

Die Stoßwellentherapie wird vor allem bei chronischen Beschwerden an Sehnen, Sehnenansätzen und Knochen eingesetzt:

  • Fersensporn und Plantarfasziitis: anhaltende Fersenschmerzen, oft morgens beim ersten Auftreten besonders ausgeprägt, siehe auch Beschwerden an Fuß und Sprunggelenk
  • Kalkschulter: Kalkablagerungen am Schultersehnenansatz mit Bewegungsschmerz, siehe auch Beschwerden an der Schulter
  • Tennisarm und Golferarm: überlastungsbedingte Reizung der Sehnenansätze am Ellbogen, siehe auch Beschwerden an Hand und Ellbogen
  • Beschwerden an der Achillessehne: chronische Reizungen und Überlastungsschäden im Sehnengewebe
  • Patellaspitzensyndrom: Reizung der Sehne unterhalb der Kniescheibe, häufig bei Sportlern
  • Sehnenansatzreizungen allgemein: wiederkehrende Überlastungsbeschwerden an verschiedenen Gelenken
  • Verzögerte Knochenheilung: unterstützend, wenn ein Bruch nach einer Operation nur langsam zusammenwächst

Für wen eignet sich die Stoßwellentherapie, und für wen nicht?

Eher geeignet:

  • Patienten mit chronischen, seit Wochen oder Monaten bestehenden Sehnenansatzbeschwerden
  • Beschwerden, bei denen konservative Maßnahmen wie Schonung, Physiotherapie oder Dehnübungen allein nicht ausreichend geholfen haben
  • Sportler mit Überlastungsschäden, die eine nicht-invasive Behandlung ohne Operation suchen
  • Kalkschulter mit nachgewiesenen Kalkablagerungen

Eher nicht geeignet:

  • Schwangerschaft
  • Gerinnungsstörungen oder die Einnahme blutverdünnender Medikamente
  • Akute Entzündungen oder Infekte im Behandlungsgebiet
  • Tumore im Behandlungsgebiet
  • Kinder und Jugendliche mit noch offenen Wachstumsfugen im Behandlungsbereich

Ob die Stoßwellentherapie in Ihrem Fall die richtige Wahl ist, klären wir in einer fachärztlichen Untersuchung. Dabei prüfen wir auch, ob eine andere Behandlung aus unserem Spektrum, etwa aus der fachärztlichen Therapie, besser zu Ihrem Befund passt.

Ablauf der Behandlung

  1. Voruntersuchung: fachärztliche Untersuchung mit Anamnese und gegebenenfalls Ultraschall oder Röntgen, um die betroffene Struktur genau zu lokalisieren und Kontraindikationen auszuschließen
  2. Planung: Festlegung von Behandlungsareal, Art der Stoßwelle (radial oder fokussiert) und voraussichtlicher Sitzungsanzahl
  3. Behandlung: Auftragen eines Kontaktgels, anschließend werden die Druckwellen über ein Handstück direkt auf das betroffene Areal abgegeben, meist einige Minuten pro Sitzung
  4. Nachsorge: kurze Schonung des behandelten Bereichs, in den ersten Tagen nach der Sitzung keine intensive sportliche Belastung
  5. Verlaufskontrolle: meist folgen 3 bis 5 Sitzungen im Abstand von etwa einer Woche, mit Kontrolle des Behandlungserfolgs zwischen den Terminen

Die Anzahl der Sitzungen richtet sich nach Beschwerdebild und Ansprechen auf die Therapie und wird individuell mit Ihnen besprochen.

Wirkung, Wirkdauer und Nebenwirkungen

Die Wirkung der Stoßwellentherapie setzt selten sofort ein. Häufig zeigt sich eine spürbare Besserung erst nach mehreren Sitzungen, teilweise erst einige Wochen nach Abschluss der Behandlungsserie, da der angestoßene Regenerationsprozess im Gewebe Zeit benötigt.

Die Behandlung gilt insgesamt als gut verträglich. Möglich sind eine vorübergehende Rötung der Haut, ein kurzfristig verstärkter Schmerz im behandelten Areal direkt nach der Sitzung sowie gelegentlich kleine Hämatome. Diese Reaktionen klingen in der Regel innerhalb weniger Tage wieder ab.

Die Studienlage fällt je nach Indikation unterschiedlich aus. Für Fersensporn und Kalkschulter liegen vergleichsweise gute Daten zur Wirksamkeit vor, für andere Anwendungsgebiete wie Tennisarm oder Achillessehnenbeschwerden ist die Studienlage gemischter. Einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand finden Sie auf unserer Studien-Seite.

Kosten

Die Stoßwellentherapie ist eine Wahlarztleistung. Die Kosten hängen von der Anzahl der behandelten Areale und der Sitzungsanzahl ab und nennen wir Ihnen vorab transparent. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Stoßwellentherapie in der Regel nicht oder nur teilweise, eine private Zusatzversicherung kann in manchen Fällen einen Teil der Kosten erstatten. Wir empfehlen, dies vorab bei Ihrer Versicherung zu klären.

Häufige Fragen zur Stoßwellentherapie

Ist die Stoßwellentherapie schmerzhaft?
Während der Behandlung kann ein kurzzeitiger, gut aushaltbarer Schmerz auftreten, besonders bei stärker gereiztem Gewebe. Eine Betäubung ist normalerweise nicht notwendig, die Intensität lässt sich am Gerät individuell anpassen.
Wie sind die Erfahrungen mit der Stoßwellentherapie bei Fersensporn und Kalkschulter?
Bei Fersensporn und Kalkschulter zeigen sich in der Praxis vergleichsweise gute Ansprechraten, gestützt durch eine bessere Studienlage als bei anderen Indikationen. Ein sicheres Ergebnis lässt sich dennoch nie garantieren, da das Ansprechen individuell unterschiedlich ausfällt.
Wie viele Sitzungen sind notwendig?
Meist sind 3 bis 5 Sitzungen im wöchentlichen Abstand sinnvoll. Je nach Beschwerdebild und Verlauf kann die genaue Anzahl abweichen, wir passen den Behandlungsplan laufend an Ihren Fortschritt an.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Stoßwellentherapie?
Nein, die Stoßwellentherapie gilt in Österreich als Wahlleistung und wird von der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel nicht übernommen. Private Zusatzversicherungen können in Einzelfällen einen Teil der Kosten erstatten.

Diese Seite bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung.

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