Regenerative Medizin

ACP-Eigenbluttherapie: Wirkung, Ablauf und Grenzen

Schmerzende Gelenke oder eine Sehne, die trotz Schonung nicht ausheilt: In dieser Situation ist die ACP-Therapie für viele Patienten eine Option, bevor eine Operation zur Debatte steht. Das Verfahren nutzt Ihr eigenes Blut, um die körpereigene Regeneration im Gelenk oder an der Sehne zu unterstützen. Ob die ACP-Therapie für Sie infrage kommt, klären wir in einer ausführlichen Voruntersuchung.

Zentrifuge zur Aufbereitung des Eigenbluts
Zentrifuge zur Aufbereitung des Eigenbluts

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Was ist die ACP-Therapie und wie wirkt Eigenblut im Gelenk?

ACP steht für Autologes Conditioniertes Plasma, ein Eigenblut-Verfahren aus der regenerativen Medizin. Es ist eng mit der plättchenreichen Plasmatherapie (PRP) verwandt: In beiden Fällen wird dem Patienten eine kleine Menge Blut entnommen und in einer Zentrifuge aufbereitet. Dabei entsteht ein thrombozytenreiches Plasma, das direkt in das betroffene Gelenk oder an die gereizte Sehne injiziert wird.

Die im Plasma enthaltenen Wachstumsfaktoren und bioaktiven Proteine sollen die natürlichen Heilungsprozesse im Gewebe anstoßen und Entzündungen dämpfen. Weil ausschließlich körpereigenes Material zum Einsatz kommt, ist die Verträglichkeit gut und Abstoßungsreaktionen sind nicht zu erwarten.

Dr. Ramin Ilbeygui wurde 2023 als einer von zwei Ärzten im Burgenland als ACP-Experte ausgezeichnet, eine Anerkennung für seine Erfahrung mit dieser Therapie. Die Studienlage zur ACP-Therapie ist bei Kniearthrose und bei Sehnenreizungen vorhanden, insgesamt aber uneinheitlich: Nicht jede Untersuchung kommt zum gleichen Ergebnis. Einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand finden Sie auf unserer Seite zu den Studien.

Bei welchen Beschwerden kommt die ACP-Therapie infrage?

Die ACP-Therapie wird vor allem dort eingesetzt, wo Gelenke oder Sehnen durch Verschleiß, Überlastung oder eine Verletzung gereizt sind und die körpereigene Heilung Unterstützung braucht. Typische Anwendungsgebiete sind:

  • Leichte bis mittlere Arthrose: vor allem im Knie, aber auch in Hüfte und Schulter
  • Sehnenreizungen: etwa Tennisarm, Reizungen der Achillessehne oder das Patellaspitzensyndrom
  • Sportverletzungen: Reizzustände und Überlastungsschäden an Muskeln, Bändern und Sehnen
  • Ergänzung zu anderen Verfahren: als ein Baustein neben Physiotherapie und konservativer Behandlung

Für wen eignet sich die ACP-Therapie, und für wen nicht?

Eher geeignet:

  • Patienten mit beginnender bis mittelgradiger Arthrose, die eine Operation hinauszögern oder vermeiden möchten
  • Anhaltende Sehnenreizungen, die auf Schonung und Physiotherapie allein nicht ausreichend angesprochen haben
  • Sportler mit Weichteilverletzungen, die eine schonende Unterstützung der Heilung suchen

Eher nicht geeignet:

  • Akute Infekte oder Entzündungen im Körper
  • Bekannte Blutgerinnungsstörungen
  • Bestehende Tumorerkrankungen
  • Patienten unter Blutverdünnern, hier braucht es vorab eine ärztliche Rücksprache

Bei jeder Injektion besteht ein geringes Infektionsrisiko, ebenso kann es kurzfristig zu vermehrten Schmerzen oder einer leichten Schwellung im behandelten Bereich kommen. Ob die ACP-Therapie für Ihre Beschwerden geeignet ist, besprechen wir gemeinsam nach der Voruntersuchung, unter Abwägung von Nutzen, Grenzen und Alternativen.

Ablauf der Behandlung

  1. Voruntersuchung: fachärztliche Untersuchung mit Anamnese, um Beschwerdebild und Kontraindikationen zu klären
  2. Blutabnahme: eine kleine Menge Blut wird ambulant entnommen
  3. Aufbereitung: das Blut wird in der Zentrifuge aufbereitet, dieser Schritt dauert etwa 15 Minuten
  4. Injektion: das gewonnene Plasma wird gezielt in das Gelenk oder an die betroffene Sehne injiziert
  5. Nachsorge: kurze Schonung des behandelten Bereichs, danach schrittweiser Belastungsaufbau

Meist sind mehrere Sitzungen im Wochenabstand nötig, häufig drei, um das Ergebnis zu unterstützen. Eine stationäre Aufnahme ist für die ACP-Therapie nicht erforderlich, Sie können nach der Behandlung wieder nach Hause gehen.

ACP, Stammzellen oder Hyaluronsäure: Was passt wann?

Alle drei Verfahren setzen im Gelenk an, unterscheiden sich aber in Ansatz und Einsatzgebiet. Die Hyaluronspritze wirkt vor allem als Gelenkschmiere und wird häufig bei Arthrose zur Verbesserung der Beweglichkeit eingesetzt. Die Stammzellentherapie nutzt ebenfalls körpereigenes Material, arbeitet dabei aber mit undifferenzierten Zellen aus Knochenmark, Fettgewebe oder Blut und zielt stärker auf den Aufbau von Knorpelgewebe ab. Die ACP-Therapie setzt auf das thrombozytenreiche Plasma aus dem eigenen Blut und eignet sich besonders bei Sehnenreizungen sowie bei leichteren Arthrosegraden.

Welches Verfahren für Sie sinnvoll ist, hängt vom Befund, dem Beschwerdebild und dem bisherigen Behandlungsverlauf ab. Bei einer Sehnenreizung ist die ACP-Therapie häufig die naheliegendere Wahl, bei fortgeschrittener Arthrose kann eine Kombination oder ein anderes Verfahren sinnvoller sein. Diese Entscheidung treffen wir nach der fachärztlichen Untersuchung gemeinsam mit Ihnen.

Kosten

Die ACP-Therapie ist eine Wahlarztleistung. Die Kosten hängen von der Anzahl der Sitzungen, dem behandelten Bereich und dem Aufwand der Aufbereitung ab und werden vorab mit Ihnen besprochen, damit Sie sich vor der Behandlung ein klares Bild machen können. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die ACP-Therapie in Österreich in der Regel nicht, private Zusatzversicherungen können in Einzelfällen Teile der Kosten erstatten. Fragen Sie bei Ihrer Versicherung im Vorfeld nach, ob eine Rückerstattung möglich ist.

Häufige Fragen zur ACP-Therapie

Ist ACP dasselbe wie PRP?
ACP und PRP (plättchenreiches Plasma) sind eng verwandte Eigenblut-Verfahren. Beide arbeiten mit körpereigenem, thrombozytenreichem Plasma, das durch Zentrifugation aus dem eigenen Blut gewonnen wird.
Tut die Injektion weh?
Die Blutabnahme entspricht einer gewöhnlichen Blutentnahme. Bei der Injektion in das Gelenk oder an die Sehne kann kurzfristig ein Druckgefühl oder ein leichter Schmerz auftreten, der meist rasch wieder abklingt.
Wie viele Sitzungen sind nötig?
Das hängt vom Beschwerdebild ab. Häufig werden mehrere Sitzungen im Wochenabstand durchgeführt, meist drei, um das Ergebnis zu unterstützen.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Nein, die ACP-Therapie gilt in Österreich als Wahlleistung und wird von der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel nicht übernommen. Private Zusatzversicherungen können in Einzelfällen Teile erstatten.

Diese Seite bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung.

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